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Fachinformation zu [18F]FDG-FR:Posimed Radiopharm AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

a. Wirkstoff:
2-[18F]Fluor-2-desoxy-D-glucose (2-[18F]FDG)
Wirkstoffmenge: 1,077 – 10,77 ng/ml
Nuklid: [18F]Fluor
b. Hilfsstoff: Wasser für Injektionszwecke
Dinatriumhydrogencitrat 1,57 mg/ml
Natriumcitrat-Dihydrat 9 mg/ml
Spezifikation
Nuklid: [18F]Fluor
Galenische Form: pyrogenfreie Injektionslösung
Aktivitätskonzentration: 500 – 5000 MBq/ml
Radionuklidreinheit: > 99 %
Radiochem. Reinheit: > 95 % 2-[18F]FDG
Kalibrierzeitpunkt: Zeitpunkt der Abfüllung
Verfalldatum: 10 Stunden nach
Kalibrierzeitpunkt
pH: 5 – 7

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Indikationen/ Anwendungsmöglichkeiten

1 ml Injektionslösung enthält eine Aktivität von 500 – 5000 MBq zum Zeitpunkt der Abfüllung/Kalibrierung
[18F]FDG-FR ist ein Radiodiagnostikum für die Positron-Emissions-Tomographie (PET). Es wird zur Untersuchung der Funktion und Erkrankungen von Organen und Geweben mit erhöhter Glukoseaufnahme verwendet, wie z.B.
in der Onkologie bei:
Hirn- und Kopf-Hals-Tumoren
Untersuchung der Lunge(Lungenrundherde, Bronchial Ca)
Lymphom (M.Hodgkin, non Hodgkin)
Colorektale Ca, Melanom, Mama Ca und der Leber
in der Neurologie bei:
der allgemeinen Klärung des Hirnglucosestoffwechsels bei psychischen und neurologischen Erkrankungen, wie z.B.:
1. Differenzialdiagnostik von degenerativen Erscheinungen des ZNS
2. Prae-chirurgische Epilepsieabklärung
In der Kardiologie bei:
Vitalitätsnachweis/Untersuchung der Revitalisierung des Myokards
und bei der Darstellung entzündlicher Prozesse

Dosierung/ Anwendung

Übliche Dosierung
Für Erwachsene beträgt die empfohlene Aktivität 150 – 370 MBq, je nach Körpergewicht, Indikation und Art der verwendeten Kamera.
Spezielle Dosierungsanweisung:
Pädiatrie
Für Kinder wird eine auf das Körpergewicht bezogene Aktivitätsmessung nach folgender Formel empfohlen:
Aktivität Kind[MBq] = Aktivität Erwachsener x Körpergewicht Kind [kg]
70 [kg]
Alternativ dazu kann entsprechend der Empfehlung der "Paediatric Task Group der European Association of Nuclear Medicine" die für Kinder erforderliche Dosierung nach folgender Tabelle ermittelt werden:
Umrechnungsfaktor (Teil der Erwachsenen-Dosierung)

3 kg = 0.10

22 kg = 0.50

42 kg = 0.78

4 kg = 0.14

24 kg = 0.53

44 kg = 0.80

6 kg = 0.19

26 kg = 0.56

46 kg = 0.82

8 kg = 0.23

28 kg = 0.58

48 kg = 0.85

10 kg = 0.27

30 kg = 0.62

50 kg = 0.88

12 kg = 0.32

32 kg = 0.65

52 - 54 kg = 0.90

14 kg = 0.36

34 kg = 0.68

56 - 58 kg = 0.92

16 kg = 0.40

36 kg = 0.71

60 - 62 kg = 0.96

18 kg = 0.44

38 kg = 0.73

64 - 66 kg = 0.98

20 kg = 0.46

40 kg = 0.76

68 kg = 0.99

Bei Ganzkörperuntersuchungen zur Klärung onkologischer Fragestellungen können höhere Dosierungen erforderlich sein, d.h. 4 – 7 MBq/kg Körpergewicht [EANM: FDG-PET, Procedure Guidelines for Tumor Imaging]
Bei der Hirn- Bildgebung spielt der Aufnahmemodus eine Rolle. Für die Aufnahme in 2D-Modus benötigt man 5 – 10 MBq/kg Körpergewicht, im 3D-Modus 2-4 MBq/kg.
Bei Neugeborenen ist eine Mindest-Aktivität von 10 MBq zu verabreichen [Guideline for Brain Imaging using [18F]FDG].
Art der Anwendung
[18F]FDG-FR wird durch langsame, strikt intravenöse Injektion verabreicht. Hierbei ist sorgfältig darauf zu achten, dass das radioaktive Material nicht in das umgebende Gewebe gelangt. (s. Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen)
Die Aktivität der Lösung wird vor Anwendung bestimmt. Die Lösung kann mit isotonischer Kochsalzlösung verdünnt werden. Die Entscheidung trifft der Arzt.
[Beispiel: Aktivitätskonzentration 1000 MBq/ml, Entnahme 0,3 ml und mit physiologischer Kochsalzlösung auf Gesamtvolumen von 1 ml verdünnen.]
Vorbereitung und Überwachung des Patienten: siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“
Bildgebung
Die Aufnahmen werden üblicherweise 45 - 60 Minuten nach der Injektion von FDG begonnen.
Strahlenexposition
Die internationale Organisation: International Commission on Radiological Protection (ICRP) hat die Strahlendosis berechnet, die durch die Verabreichung von Fludeoxyglucose (18F) zur nuklearmedizinischen Diagnostik auftreten und die Daten in einer Tabelle erfasst. Die neusten Berechnungsdaten sind in der ICRP 106 veröffentlicht.
Absorbierte Dosis pro verabreichter Aktivität (µGy/MBq) (Auszug gemäss ICRP 106):

Organ

Erwachsene

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1
Jahr

Nebenniere

12

16

24

39

71

Blasenwand

130

160

250

340

470

Knochen-oberfläche

11

14

22

34

64

Gehirn

38

39

41

46

63

Brust

8,8

11

18

29

56

Gastro-intestinal-trakt:

 

 

 

 

 

Magenwand

11

14

22

35

67

Dünndarm

12

16

25

40

73

obere
Dickdarmwand

12

15

24

38

70

untere Dickdarmwand

14

17

27

41

70

Herz

67

87

130

210

380

Nieren

17

21

29

45

78

Leber

21

28

42

63

120

Lunge

20

29

41

62

120

Muskeln

10

13

20

33

62

Oesophagus

12

15

22

35

66

Ovarien

14

18

27

43

76

Bauch-speicheldrüse

13

16

26

40

76

Rotes
Knochenmark

11

14

21

32

59

Haut

7,8

9,6

15

26

50

Milz

11

14

21

35

66

Testes

11

14

24

37

66

Thymus

12

15

22

35

66

Schilddrüse

10

13

21

34

65

Uterus

18

22

36

54

90

sonstige
Gewebe

12

15

24

38

64

Effektives
Dosis
[µSv/MBq]

19

24

37

56

95

Nach Injektion der maximalen empfohlenen Aktivität von 370 MBq beträgt die effektive Dosis für einen Erwachsenen (70 kg) 7 mSv.

Kontraindikationen

Während der Schwangerschaft
Überempfindlichkeit auf FDG

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Verabreichung von FDG sollte der Blutzuckerspiegel gemessen werden. Ein venöser Zugang (flexible Kanüle) muss während des gesamten Verfahrens verfügbar bleiben.
Der Patient ist während dem ganzen diagnostischen Verfahren sorgfältig zu überwachen.
- Da die Glukoseaufnahme im Myokard vom Insulinspiegel abhängig ist, wird für Untersuchungen des Herzens eine orale Glukosebelastung mit 50 g etwa 1 Stunde vor der Anwendung von Fludeoxyglucose (18F) empfohlen. Bei Patienten mit Diabetes mellitus muss der Blutzuckerspiegel ggf. durch eine kombinierte Infusion von Insulin und Glukose (sog. Insulin-Glukose-Clamp) eingestellt werden.
- Bei neurologischen und onkologischen Fragestellungen muss der Patient nüchtern aber ausreichend hydriert zur Untersuchung kommen. Die Trinkmenge sollte nicht eingeschränkt werden. Da die Glukoseaufnahme in die Zellen limitiert ist ("Sättigungskinetik"), ist eine Nahrungskarrenz von 12 Stunden einzuhalten, um eine maximale Aktivitätsanreicherung zu ermöglichen.
Da ein erhöhter Glukosespiegel die Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in das Gehirn oder Tumore vermindert, sollte der Plasmaglukosewert des Patienten zum Untersuchungszeitpunkt nicht über 150 mg/dl liegen.
Der zerebrale Glukosestoffwechsel hängt von der Aktivität des Gehirns ab; deshalb sollen neurologische Untersuchungen nach einer Entspannungsphase in einem abgedunkelten Raum mit möglichst geringen Hintergrundgeräuschen durchgeführt werden.
Die PET-Aufnahmen werden innerhalb der ersten zwei bis drei Stunden nach Injektion von Fludeoxyglucose (18F) angefertigt.
Falls erforderlich, können Wiederholungsuntersuchungen kurzfristig durchgeführt werden.
Die Eignung von Fludeoxyglucose (18F) zur Tumordiagnostik oder Lokalisation von epileptogenen Herden ist für Patienten mit Diabetes mellitus nicht nachgewiesen. Bei diesen Patienten kann es zu einer verminderten Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) zu falsch negativen Befunden kommen.
Bei Kindern und Jugendlichen ist eine besonders sorgfältige Abwägung zwischen der zu erwartenden diagnostischen Information und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko erforderlich.
Eine strenge Indikationsstellung ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erforderlich, da es bei diesen Patienten zu einer erhöhten Strahlenexposition führen kann.
Radioaktive Präparate sind mit besonderer Sorgfalt und unter strengen Strahlenschutzmassnahmen zu handhaben. Um die Strahlenbelastung sowohl bei den Patienten als auch beim Personal möglichst niedrig zu halten. Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung von Nuklearmedizinern. Untersuchungen sind nur dann durchzuführen, wenn der Nutzen der Untersuchung das mit der Strahlenexposition vorhandene Risiko übersteigt. Dies gilt hauptsächlich bei der Anwendung an Kindern oder Jugendlichen. In jedem Fall hat die Verabreichung unter Einhaltung des Strahlenschutzes stattzufinden. Bei fertilen Frauen ist eine mögliche Schwangerschaft aus zu schliessen.
Der Patient soll angewiesen werden, die Blase vor und regelmässig nach der Untersuchung zu entleeren, um die Bestrahlung dieses Organgs zu minimieren.

Interaktionen

Es ist bisher nicht bekannt, ob das Verhalten von
[18F]FDG-FR im Organismus durch andere Substanzen beeinflusst werden kann.
Daher ist die Co-Medikation zu beachten, da diese die Glukose-Aufnahme ändern kann. Entzündliche Prozesse können zu falsch positiven Resultaten führen, weshalb eine sorgfältige Anamnese vor der Untersuchung unabdingbar ist.
Bei Verabreichung von Kolonie-stimulierenden Faktoren (CSFs) erhöht sich die Fludeoxyglucose (18F)-Aufnahme in Knochenmark und Milz für mehrere Tage. Dies muss bei der Auswertung von PET-Aufnahmen berücksichtigt werden. Ein Zeitabstand von mindestens 5 Tagen zwischen CSF-Behandlung und PET-Untersuchungen kann diesen Effekt verringern.
Bei Indikationen in der Neurologie ist die Co-Medikation u. a. Antiepileptica und Benzodiazepine in Betracht zu ziehen.

Schwangerschaft, Stillzeit

In der Schwangerschaft ist die Anwendung von [18F]FDG-FR absolut kontraindiziert, weshalb in Zweifelsfall auf jedliche Verabreichung von FDG zu verzichten ist.
Es liegen keine Erkenntnisse über die Anwendung von Fludeoxyglucose (18F) während der Schwangerschaft vor. Nuklearmedizinische Untersuchungen bei Schwangeren beinhalten auch eine Strahlenexposition des Föten. Errechnet wurde die hypothetische Exposition für den Föten bei der Untersuchung mit Fludeoxyglucose (18F) während einer Schwangerschaft. Die konservativ errechneten Daten sehen wie folgt aus:
-Strahlenexposition in früher Schwangerschaft bzw. 3
Monate nach Beginn der Schwangerschaft
22 µ Gy/MBq
-Strahlenexposition 6 bzw. 9 Monate nach Beginn der Schwangerschaft 17 µGy/MBq.
Fludeoxyglucose (18F) darf daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Falls es erforderlich ist, einer Frau im gebärfähigen Alter ein radioaktives Arzneimittel zu verabreichen, ist festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Grundsätzlich muss von einer Schwangerschaft ausgegangen werden, wenn die Menstruation ausgeblieben ist. Im Zweifelsfall sollte die Strahlenexposition auf das für die benötigte klinische Information unumgängliche Mindestmaß verringert werden. Alternative Untersuchungsmethoden, bei denen keine ionisierenden Strahlen angewendet werden, sollten in Erwägung gezogen werden.
Fludeoxyglucose (18F) geht in die Muttermilch über. Bevor das Arzneimittel verabreicht wird, ist zu prüfen, ob eine Verschiebung der Untersuchung auf einen Zeitraum nach Beendigung der Stillperiode klinisch zu verantworten ist. Falls eine Anwendung erforderlich ist, sollte das Stillen nach Gabe von Fludeoxyglucose (18F) für mindestens 12 Stunden unterbrochen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt

Unerwünschte Wirkungen

Bei Verwendung der empfohlenen Mengen an [18F]FDG-FR werden nur geringe Mengen an Desoxyglukose dem Körper zugeführt.
Bisher sind keine spezifisch unerwünschte Wirkungen bekannt.

Überdosierung

Eine Überdosierung im pharmakologischen Sinn ist bei den zur Diagnostik eingesetzten Dosierungen nicht zu erwarten.
Bei Überdosierung der Radioaktivität kann die Strahlenexposition durch den Harnfluss fördende Massnahmen (forcierte Diurese) und häufige Blasenentleerung reduziert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V09 IX 04
Wirkungsmechanismus:
[18F]Fluor ist ein Nuklid, das mit einer physikalischen Haltwertszeit von 110 Minuten zerfällt, unter Positronenemission entsteht zu
97 % Sauerstoff-18. Dabei wird hauptsächlich 511 keV Gamma-Strahlung (durch Positron/Elektron-Paarvernichtung) emittiert, die beim diagnostischen Einsatz gemessen wird.
2-[18F]Fluor-2-desoxy-D-glucose ist ein Glukose-Analogon und wird wie Glukose in die Zelle transportiert und zu FDG-6-Phosphat phosphoryliert. Die im Myokard akkumulierte Aktivität ist proportional zur exogenen Glukoseaufnahme und erlaubt daher, die Stoffwechselaktivität qualitativ und quantitativ zu beurteilen.
Pharmakodynamik
Bei 2[18F]FDG handelt es sich um ein markiertes Hexosederivat, das aktiv in die Zelle transportiert, dort enzymatisch phosphoryliert wird, jedoch keiner weiteren Stoffwechselreaktion unterliegt.
Fludeoxyglucose (18F) wird als Fluorglucose-6-phosphat in der Zelle gespeichert. Ein weiterer Abbau in der Glykolyse bzw. im Citratcyclus erfolgt nicht. Je nach Vorliegen der abbauenden Phosphatasen (z.B. erhöhte Konzentration in der Leber) wird Fludeoxyglucose (18F) wieder frei und im Blut zurücktransportiert. Weitere Stoffwechselprozesse sind nicht bekannt.
Fludeoxyglucose (18F) wird zur Untersuchung Glukose umsetzender Prozesse durch PET angewendet.

Pharmakokinetik

Fludeoxyglucose (18F) ist ein Glukoseanalogon, welches sich in allen Zellen anreichert, die Glukose als primäre Energiequelle verwendet. Auch in Tumoren mit einem hohen Glukoseumsatz wird Fludeoxyglucose (18F)
angereichert. Nach intravenöser Injektion wird Fludeoxyglucose (18F) schnell über einen aktiven Transportmechanismus aus der Blutbahn in die Zellen aufgenommen.
Die Ganzkörperretention kann mit einer multiexponentiellen Funktion mit Halbwertszeiten von 12 Minuten, 1.5 Stunden und unendlich beschrieben werden.
Ca. 3% der injizierten Aktivität werden innerhalb ungefähr 40 Minuten vom Myokard aufgenommen. Die Verteilung von Fludeoxyglucose (18F) im normalen Herzen ist weitgehend homogen, jedoch sind regionale Unterschiede bis ca. 15% im interventrikülären Septum beschrieben. Während und nach einer reversiblen myokardialen Ischämie kommt es zur vermehrten Glukoseaufnahme in die myokardiale Zelle.
Ca. 7% der injizierten Aktivität werden im Pankreas bzw. in der Lunge angereichert.
Fludeoxyglucose (18F) passiert die Blut-Hirnschranke. Epilepsie auslösende Herde weisen einen verminderten Glukosestoffwechsel auf.
Die zelluläre Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) ist insulinabhängig und wird daher beeinflusst von der Nahrungsaufnahme, dem Ernährungszustand des Patienten und dem Vorliegen eines Diabetes mellitus. Bei Patienten mit Diabetes mellitus kommt es aufgrund der veränderten Gewebsverteilung und Glukosestoffwechselraten zu einer verminderten Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in die Zellen.
Intrazellulär wird Fludeoxyglucose (18F) durch die Hexokinase zu Deoxyglucose-6-Phosphat phosphoryliert und aufgrund des an Position 2 des Moleküls befindlichen Fluor-18 im nachfolgenden glykolytischen Abbau nicht weiter metabolisiert und verbleibt in der Zelle. Fludeoxyglucose-6-Phosphat kann die Zelle erst nach der sehr langsam verlaufenden Dephosphorylierung wieder verlassen.
30 % der verabreichten Menge werden renal eliminiert mit Halbwertszeiten von 12 Minuten und 1.5 Stunden.

Präklinische Daten

In Untersuchungen zur akuten Toxizität bewirkte die 50fache (Hund) bzw. 1000fache (Maus) Humandosis (Fludeoxyglucose (18F)) keine substanz-bedingten toxikologischen Veränderungen. Weitere Untersuchungen,
z.B. chronische Toxizität, wurden wegen der beabsichtigten klinischen Anwendung der Substanz (üblicherweise eine einmalige intravenöse Applikation einer Stoffmenge von 5 – 10 µg zu diagnostischen Zwecken) nicht durchgeführt, zumal bereits Erfahrungen am Menschen vorliegen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Das Präparat darf nur mit NaCl 0,9 % verdünnt werden. Es müssen keine anderen Medikamente zugemischt werden.
Gesetzliche Bestimmungen
Der Transport von Fludeoxyglucose (18F) ist den umgangsberechtigten Spezialfirmen erlaubt. [18F]FDG darf nur von sachkundigem Personal im Rahmen seiner Indikationen am Patienten in der vorgesehenen Form eingesetzt werden.
Strahlenschutzhinweis
Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von den dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmten klinischen Bereichen in Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Der Umgang und die Anwendung unterliegen den Bestimmungen der Strahlenschutzverordnungen und den entsprechenden Bewilligungen in der Schweiz.
Eine Kontamination durch die von Patienten ausgeschiedene Radioaktivität muss vermieden werden.
Haltbarkeit
Verfalldatum
10 Stunden nach Kalibrierzeitpunkt
Besondere Lagerhinweise
Das Behältnis sowie der Transportbehälter dürfen nur in dafür zugelassenen Räumlichkeiten entsprechend den nationalen Bestimmungen gelagert, gehandhabt oder entsorgt werden.
Bis zur ersten Entnahme ist das Präparat im Originalbehälter/Abschirmung bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) aufzubewahren.
Nach der ersten Anwendung muss das Präparat im Kühlschrank (2 – 8 °C) gelagert werden.
Dieses Arzneimittel enthält keine Konservierungsstoffe. Aseptische Arbeitsbedingungen müssen bei der Entnahme der Patientendosis aus dem Glasfläschen eingehalten werden. Vor der Entnahme der Patientendosis ist der Gummistopfen mit einem geeigneten Desinfektionsmittel zu behandeln.

Zulassungsnummer

55 758

Packungen

Verwendet werden Produktgläschen mit einem Volumen von 15 ml. Die Aktivitätskonzentrationen der Injektionslösungen liegen zwischen 500 – 5000 MBq/ml. Die Aktivität wird auftragsbezogen gemäss bestellter Aktivität in MBq ± 5% abgefüllt. Als Kalibrierungszeitpunkt zählt der Zeitpunkt der Abfüllung, er wird auf dem Etikett der äusseren Umhüllung angegeben. Verkaufskategorie A

Zulassungsinhaberin

Posimed Radiopharm, Spitalgasse 9, 3011 Bern

Stand der Information

Mai 2009

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