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Fachinformation zu Quetiapin Helvepharm:Helvepharm AG
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AH04
Wirkungsmechanismus
Quetiapin ist ein atypisches Antipsychotikum. Quetiapin und der im Humanplasma aktive Metabolit Norquetiapin (= N-Desalkyl-Quetiapin) interagieren mit einem breiten Spektrum von Neurotransmitter-Rezeptoren. Quetiapin und Norquetiapin zeigen Affinität für zerebrale Serotonin (5HT2)- und Dopamin D1- und D2-Rezeptoren. Es wird angenommen, dass die Kombination des Rezeptorantagonismus (höhere Selektivität für 5HT2- relativ zu D2-Rezeptoren) für die klinischen antipsychotischen Eigenschaften und die im Vergleich zu typischen Antipsychotika geringen extrapyramidalen Symptome (EPS) von Quetiapin verantwortlich ist. Quetiapin hat keine Affinität für den Noradrenalin Transporter (NET) und eine geringe Affinität für den Serotonin 5HT1A-Rezeptor, während dem Norquetiapin für beide eine hohe Affinität hat. Es wird angenommen, dass die NET-Inhibition und die partielle agonistische Aktivität an der 5HT1A-Stelle durch Norquetiapin zur therapeutischen Wirksamkeit von Quetiapin als Antidepressivum beitragen. Quetiapin und Norquetiapin haben eine hohe Affinität zu histaminergen und adrenergen α1-Rezeptoren und eine mässige Affinität für adrenerge α2-Rezeptoren. Ferner hat Quetiapin eine geringe oder keine Affinität für Muskarinrezeptoren, während Norquetiapin eine mässige bis hohe Affinität für verschiedene Muskarinrezeptorensubtypen hat. Dies dürfte die anticholinergen (muskarinischen) Wirkungen erklären.
Pharmakodynamik
In Tests zur Untersuchung der antipsychotischen Aktivität, wie z.B. im konditionierten Vermeidungstest, ist Quetiapin wirksam. Es blockiert auch die Wirkung von Dopaminagonisten, durch Verhaltensbeobachtung oder elektrophysiologisch gemessen, und erhöht die Konzentration von Dopaminmetaboliten, ein neurochemischer Index für eine D2-Rezeptorblockade.
In präklinischen Prüfungen, die Schlüsse auf EPS ziehen lassen, unterscheidet sich Quetiapin von Standard-Antipsychotika und weist ein atypisches Profil auf. Quetiapin führt nach chronischer Gabe nicht zu einer Dopamin D2-Rezeptorüberempfindlichkeit. Bei Dosen, die eine effektive Dopamin D2-Rezeptorblockade bewirken, ruft Quetiapin nur eine schwach ausgeprägte Katalepsie hervor. Nach chronischer Anwendung zeigt Quetiapin Selektivität für das limbische System, indem es eine Depolarisationsblockade der mesolimbischen, nicht aber der nigrostriatalen dopaminhaltigen Neuronen hervorruft. Bei Cebusaffen, mit oder ohne Haloperidol-Sensibilisierung, wirkt Quetiapin nach akuter und chronischer Gabe nur minimal dystonieauslösend (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Obwohl Quetiapin eine Halbwertszeit von ungefähr 7 h hat, haben klinische Studien die Wirksamkeit von Quetiapin bei zweimal täglicher Gabe gezeigt. Dies wird weiter durch eine Untersuchung mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) belegt, welche beweist, dass Quetiapin 5HT2- und D2-Rezeptoren bis zu 12 h blockiert. Sicherheit und Wirksamkeit von Dosen über 800 mg pro Tag wurden nicht untersucht.
Katarakt/Linsentrübung
Das Potenzial von Quetiapin versus Risperidon einen Katarakt zu verursachen wurde in einer klinischen Studie zur Langzeitbehandlung bei Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Erkrankung evaluiert. Quetiapin war in Dosen von 200-800 mg/Tag nicht schlechter bezüglich der 2 Jahres Ereignisrate des Anstieges des Linsentrübungsgrades (nukleare, kortikale und posterior-subkapsulare Trübung) im LOCS II-System (Linsentrübungs-Klassifikationssystem II) verglichen zu Risperidon in Dosen von 2-8 mg/Tag bei Patienten unter mindestens 21-monatiger Therapie (siehe diesbezüglich auch «Präklinische Daten»). Überwachungen in anderen klinischen Studien liessen keine Arzneimittel-bedingte Korneatrübungen beim Menschen erkennen.
Klinische Wirksamkeit
Schizophrenie
Klinische Studien haben gezeigt, dass Quetiapin zur Behandlung von positiven wie auch negativen Symptomen der Schizophrenie wirksam ist.
Bipolare Manie
Klinische Studien zeigten, dass Quetiapin als Mono- und Begleittherapie bei der Reduktion manischer Symptome bei Patienten mit bipolarer Manie wirksam ist. Die durchschnittliche Quetiapin Responder Dosis war ungefähr 600 mg/Tag. Etwa 85% der Responder lagen im Dosisbereich von 400 bis 800 mg/Tag.
Bipolare Depression
In zwei klinischen Studien über 8 Wochen, in die Bipolar I Patienten, Bipolar II Patienten und Patienten mit oder ohne «Rapid Cycling» eingeschlossen worden waren, ist gezeigt worden, dass Quetiapin bei Patienten mit akuter bipolarer Depression in Dosen von 300 mg/Tag und 600 mg/Tag wirksam ist. Es wurde jedoch während Studien von 8 Wochen kein zusätzlicher Nutzen mit der 600 mg Dosis beobachtet.
In beiden Studien war Quetiapin besser als Placebo bezüglich der Senkung des «MADRS Gesamtscores». Ein Effekt von Quetiapin war am Tag 8 (Woche 1) signifikant und blieb es bis zum Ende der Studien (Woche 8). Die Behandlung mit entweder 300 mg oder 600 mg Quetiapin abends beim zu Bett Gehen reduzierte die Depressions- und Angstsymptome bei Patienten mit bipolarer Depression. Es gab unter beiden Quetiapin-Dosen weniger durch die Behandlung ausgelöste manische Episoden als unter Placebo.
Für die 300 mg Dosis-Gruppe sah man versus Placebo eine Verbesserung der gesamten Lebensqualität und der Zufriedenheit bezüglich verschiedener Funktionsbereiche (gemessen mit Q-LES-Q (SF)).
In zwei klinischen Studien mit Quetiapin bei bipolarer Depression konnte die Erhaltung der antidepressiven Wirkung belegt werden. In beiden Studien wurde gezeigt, dass eine Langzeitbehandlung von Patienten, die auf 300 mg oder 600 mg Quetiapin Filmtabletten ansprachen, im Vergleich zu Placebo wirksam war hinsichtlich depressiver Symptome aber nicht hinsichtlich manischer Symptome. Diese Studien beinhalteten eine 8-wöchige placebokontrollierte Akutphase, gefolgt von einer placebokontrollierten Erhaltungsphase, die mindestens 26 Wochen bis zu 52 Wochen dauerte. Die Patienten mussten am Ende der Akutphase stabil sein, um für die Erhaltungsphase randomisiert zu werden.
In einer Langzeitstudie (bis zu 2 Jahren Behandlungsdauer) zur Bewertung der Rückfallprophylaxe bei Patienten mit manischen, depressiven oder gemischten Episoden war die Behandlung mit Quetiapin der Placebo-Behandlung überlegen, da sich unter Quetiapin die Zeit bis zum Wiederauftreten einer akuten Episode (manisch, gemischt oder depressiv) bei Patienten mit bipolaren Störungen des Typ I verlängerte. Die Zahl der Patienten mit erneuten Episoden betrug 91 (22.5%) in der Gruppe mit Quetiapin-Behandlung, 208 Patienten (51.5%) in der Placebo-Gruppe und 95 Patienten (26.1%) in der Gruppe mit Lithium-Behandlung. Bei Patienten, die auf Quetiapin ansprachen, zeigten die Ergebnisse, dass ein Wechsel der Behandlung auf Lithium im Vergleich zu fortgesetzter Quetiapin-Behandlung nicht mit einer Verlängerung der Zeit bis zum Wiederauftreten eines Stimmungsereignis verbunden zu sein scheint.
In zwei Rückfallprophylaxe-Studien zur Bewertung der Kombination von Quetiapin Helvepharm mit Stimmungsaufhellern bei Patienten mit manischen, depressiven oder Stimmungs-gemischten Episoden war die Kombination mit Quetiapin Helvepharm der alleinigen Gabe von Stimmungsaufhellern überlegen, in dem es die Zeit bis zum Wiederauftreten einer akuten Episode (manisch, gemischt oder depressiv) verlängerte. Quetiapin Helvepharm wurde zweimal täglich in einer Tagesdosis von 400 mg bis 800 mg in Kombination mit Lithium oder Valproat verabreicht.
Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren
Schizophrenie
Die Wirksamkeit von Quetiapin in der Behandlung der Schizophrenie bei Jugendlichen (13 bis 17 Jahre) wurde in einer 6wöchigen doppelblinden placebokontrollierten klinischen Studie bewiesen. Patienten, die die DSM-IV Diagnosekriterien für Schizophrenie erfüllten, wurden in drei Behandlungsgruppen randomisiert: Quetiapin 400 mg/Tag (n=73), Quetiapin 600 mg/Tag (n=74) oder Placebo (n=75). Die Studienmedikation wurde mit 50 mg/Tag begonnen und am 2. Tag auf 100 mg/Tag erhöht. Anschliessend wurde die Dosis in Schritten von 100 mg/Tag auf eine Zieldosis von 400 oder 800 mg titriert (2 oder 3× tägliche Verabreichung). Die primäre Wirksamkeitsvariable war die durchschnittliche Änderung vom Ausgangwert des «PANSS-total».
Die Studienresultate zeigten Wirksamkeit von Quetiapin 400 mg/Tag und 800 mg/Tag im Vergleich zu Placebo. Eine grössere Wirksamkeit der 800 mg Dosis im Vergleich zur 400 mg Dosis konnte nicht gezeigt werden.
Bipolare Manie
Die Wirksamkeit von Quetiapin in der Behandlung manischer Episoden bei Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre) mit bipolar I Erkrankung wurde in einer 3-wöchigen doppelblinden placebokontrollierten Multizenterstudie bewiesen. Patienten, die die DSM-IV Diagnosekriterien für manische Episoden erfüllten, wurden in drei Behandlungsgruppen randomisiert: Quetiapin 400 mg/Tag (n=95), Quetiapin 600 mg/Tag (n=98) oder Placebo (n=91). Die Studienmedikation wurde mit 50 mg/Tag begonnen und am 2. Tag auf 100 mg/Tag erhöht. Anschliessend wurde die Dosis in Schritten von 100 mg/Tag zu einer Zieldosis von 400 oder 600 mg titriert (2 oder 3× tägliche Verabreichung). Die primäre Wirksamkeitsvariable war die durchschnittliche Änderung vom Ausgangswert des «YMRS-Gesamtscores».
Die Studienresultate zeigten bessere Wirksamkeit von Quetiapin 400 mg/Tag und 600 mg/Tag im Vergleich zu Placebo. Grössere Wirksamkeit der 600 mg Dosis im Vergleich zur 400 mg Dosis konnte nicht gezeigt werden.

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