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Fachinformation zu Hydromorphone Sintetica:Sintetica SA
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Hydromorphoni hydrochloridum.
Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Natrii citras, Acidum citricum, Acidum hydrochloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Infusionslösung.
Hydromorphone Sintetica 0,2 mg/ml:
1 Infusionsbeutel zu 100 ml enthält 20 mg Hydromorphon-Hydrochlorid
1 Infusionsbeutel zu 200 ml enthält 40 mg Hydromorphon-Hydrochlorid

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mäßige bis starke Schmerzen oder bei unzureichender Wirkung nichtopioider Analgetika und/oder schwacher Opioide.

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung
Hydromorphone Sintetica ist zur intravenösen Infusion sowie zur patientengesteuerten intravenösen Anwendung (patientengesteuerte Analgesie, PCA) bestimmt.
Im Rahmen der PCA kann sich der Patient über eine programmierbare Infusionspumpe in kürzeren Intervallen mit definierter Dauer selbst geringe zusätzliche Dosen, z. B. von Opioiden, verabreichen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Analgesie und unerwünschten Wirkungen zu erreichen. Die Methode der PCA wird klinisch seit einigen Jahren angewendet, zum Beispiel zur intravenösen, subkutanen oder epiduralen Anwendung von Opioiden.
Dosierung
Die Dosierung ist schrittweise auf die Intensität der Schmerzen und die individuelle Sensibilität des Patienten abzustimmen.
Für den Patienten geeignet ist die Dosierung, mit der sich eine ausreichende Kontrolle der Schmerzen ohne unerwünschte Wirkungen oder mit erträglichen unerwünschten Wirkungen erzielen lässt.
Bei akuten Schmerzen nach einem chirurgischen Eingriff ist auf Grundlage früherer Erfahrungen eine ausreichend hohe Dosierung zu wählen, damit der Patient nicht unnötig lange warten muss, bis eine Linderung der Schmerzen eintritt.
Eine schrittweise und rechtzeitige Erhöhung der Dosis kann notwendig sein, falls keine ausreichende Linderung erreicht wird oder die Intensität der Schmerzen zunimmt.
Bei Auftreten von Zeichen einer Überdosierung wie z. B. Sedierung ist die Dosis zu reduzieren (siehe Rubrik „Überdosierung“).
Für Erwachsene und Kinder ab 12 Monaten gelten die folgenden allgemeinen Dosierungsempfehlungen:
Nicht an Opioide gewöhnte Patienten
Alter Infusion
Erwachsene und Jugendliche (>12 Jahre)
Intravenöse (i.v.) Anwendung 0,15–0,45 mg/Stunde oder
0,004 mg/kg KG/Stunde
PCA (i.v.) Bolus von 0,2 mg mit Sicherheitsintervall von 5–10 Minuten
Kinder (>12 Monate bis 12 Jahre) und Erwachsene mit einem Körpergewicht <50 kg
i.v. 0,005 mg/kg KG/Stunde
Bereits mit einem anderen Opioid behandelte Patienten
Nach erfolgreicher Bestimmung der therapeutischen Dosis eines anderen Opioids (Titration) dürfen die Patienten nicht ohne ärztliche Beurteilung und erneute sorgfältige und bedarfsgerechte Titration auf Hydromorphone Sintetica umgestellt werden. Geschieht dies nicht, ist eine weitere analgetische Wirkung nicht gewährleistet.
Therapiedauer
Hydromorphone Sintetica ist nur so lange wie absolut notwendig anzuwenden. Sollte aufgrund des Wesens und der Schwere der Erkrankung eine längere Schmerztherapie notwendig sein, ist für eine sorgfältige und engmaschige Überwachung zu sorgen, um bestimmen zu können, inwieweit eine Fortsetzung der Therapie notwendig ist. Ist die Anwendung von Opioiden nicht länger indiziert, ist die Therapie in Form einer schrittweisen Dosisreduktion zu beenden (siehe Rubrik „Warnhinwiese und Vorsichtsmaßnahmen“).
Spezielle Dosierungsanweisungen
Kinder unter 12 Monaten
Die Anwendung von Hydromorphone Sintetica wird bei Kindern unter 12 Monaten nicht empfohlen, da für diese Altersgruppe keine ausreichende Menge an Daten vorliegt.
Ältere Patienten
Wie bei jüngeren Erwachsenen ist die Dosierung auf die Intensität der Schmerzen und die individuelle Sensibilität des Patienten abzustimmen (siehe Rubrik „Pharmakokinetik“).
Leber- und Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Score 7–15) oder schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) ist die Dosis zu reduzieren und anschließend mit besonderer Vorsicht zu erhöhen (siehe Rubrik „Pharmakokinetik“).

Kontraindikationen

• Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff und/oder einem der Hilfsstoffe gemäß Zusammensetzung.
• Schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie.
• Schwere obstruktive Erkrankungen der Atemwege.
• Akutes Abdomen.
• Paralytischer Ileus.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie bei anderen Opioiden stellt das Eintreten einer Atemdepression das größte Risiko bei einer Überdosierung dar (siehe Rubrik „Überdosierung“).
In folgenden Fällen ist bei der Anwendung von Hydromorphone Sintetica Vorsicht geboten:
• bei älteren Personen oder Personen in reduziertem Allgemeinzustand,
• bei schwerem Cor pulmonale, schwerem Asthma bronchiale, Atemdepression,
• bei mäßiger bis schwerer Leberinsuffizienz oder schwerer Niereninsuffizienz,
• bei Hypothyreose,
• bei Morbus Addison (Nebennierenrindeninsuffizienz),
• bei toxischer Psychose, Alkoholismus, Delirium tremens,
• bei Cholelithiasis oder anderen akuten Erkrankungen des Gallensystems,
• bei Pankreatitis,
• bei obstruktiver oder entzündlicher Darmerkrankung,
• bei Prostatahyperplasie mit Restharnbildung,
• bei Hypotonie infolge von Hypovolämie, kardiovaskulären Vorerkrankungen,
• bei Kopfverletzungen (aufgrund des Risikos eines erhöhten intrakraniellen Drucks),
• bei Epilepsie oder Prädisposition für Krampfanfälle,
• bei gleichzeitiger Behandlung mit zentral dämpfenden Arzneimitteln oder Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) (siehe Rubrik „Interaktionen“),
• in der Stillzeit (siehe Rubrik „Schwangerschaft/Stillzeit“).
Die Anwendung von Hydromorphone Sintetica über längere Zeit kann zur Entwicklung einer Toleranz gegenüber dem Arzneimittel führen, in deren Folge eine Dosiserhöhung notwendig ist, um die gewünschte analgetische Wirkung zu erzielen. Eine Kreuztoleranz mit anderen Opioiden ist möglich. Die chronische Anwendung von Hydromorphone Sintetica kann zu einer körperlichen Abhängigkeit führen und bei plötzlicher Beendigung der Therapie ist das Auftreten eines Entzugssyndroms möglich. Ist die Behandlung mit Hydromorphon nicht länger notwendig, wird empfohlen, die Tagesdosis schrittweise zu reduzieren, um das Auftreten von Symptomen eines Entzugssyndroms zu vermeiden.
Hydromorphon (der Wirkstoff) birgt, wie andere starke Opioide auch, ein Missbrauchsrisiko. Infolge der Anwendung von Opioid-Analgetika wie Hydromorphone Sintetica kann es zu einer psychischen Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) kommen. Bei der Verschreibung von Hydromorphone Sintetica an Patienten mit anamnestisch bekanntem Alkoholismus oder Drogen- oder Medikamentenabusus ist somit Vorsicht geboten.
Im Falle einer Hyperalgesie, einem Phänomen, das insbesondere bei hoher Dosierung auftreten kann, lässt sich durch weitere Erhöhungen der Dosis von Hydromorphone Sintetica keine Linderung der Schmerzen erzielen. Eine Reduktion der Dosis oder die Umstellung auf ein anderes Opioid kann erforderlich sein.
Hydromorphone Sintetica darf nicht angewendet werden, wenn das Risiko eines paralytischen Ileus besteht. Besteht der Verdacht auf einen paralytischen Ileus oder tritt ein solcher im Behandlungsverlauf auf, ist die Behandlung mit Hydromorphone Sintetica unverzüglich zu unterbrechen.
Der Zeitpunkt der erstmaligen Gabe von Hydromorphone Sintetica nach einem chirurgischen Eingriff ist auf Grundlage einer sorgfältigen Abwägung des Nutzens und der Risiken für den einzelnen Patienten zu wählen und richtet sich nach der Art und dem Umfang des chirurgischen Eingriffs, den genutzten Anästhetika, eventuellen begleitenden Therapien und dem Allgemeinzustand des Patienten.
Patienten, bei denen eine weitere Analgesie geplant ist (z. B. chirurgischer Eingriff, Plexusblockade), dürfen Hydromorphone Sintetica in den letzten 4 Stunden vor dem Eingriff nicht mehr anwenden. Falls danach eine Fortsetzung der Behandlung mit Hydromorphone Sintetica indiziert ist, ist die Dosierung auf den neuen Bedarf nach dem Eingriff abzustimmen.
Es ist zu beachten, dass die Patienten nach der erfolgreichen Bestimmung der therapeutischen Dosis eines bestimmten Opioids (Titration) nicht ohne ärztliche Beurteilung und erneute sorgfältige und bedarfsgerechte Titration auf ein anderes Opioid umgestellt werden dürfen. Geschieht dies nicht, ist eine weitere analgetische Wirkung nicht gewährleistet.
Opioide wie Hydromorphon können Einfluss auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden oder Gonaden-Achse haben. Bestimmte Veränderungen wie eine Erhöhung des Prolaktins im Serum und eine Abnahme des Kortisols und Testosterons im Plasma können zu beobachten sein. Diese hormonellen Veränderungen können sich in Form klinischer Symptome manifestieren.
Einzeldosen von 20 mg oder 40 mg können verwendet werden, um das Reservoir einer Pumpe zu füllen, da die Dosierung in diesem Fall über die Programmierung der Pumpe gesteuert wird.
Die Anwendung von Hydromorphone Sintetica kann bei Anti-Doping-Kontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Interaktionen

Zentral dämpfende Stoffe wie Benzodiazepine, Barbiturate, andere Opioide, Alkohol, Neuroleptika (Phenothiazine), trizyklische Antidepressiva, H1-Antihistaminika mit sedierender Wirkung, zentral wirkende Antiemetika, Gabapentin, Pregabalin, Anästhetika, Sedativa, Hypnotika oder Anxiolytika können das Risiko von Atemdepression, Hypotonie und Aufmerksamkeitsmangel erhöhen. In schweren Fällen kann es zu ausgeprägter Sedierung, Koma und zum Tod kommen.
Ist eine Kombinationstherapie geplant, ist eine Verringerung der Dosis eines der oder beider Arzneimittel in Betracht zu ziehen und die Patienten sind engmaschig zu überwachen, um Zeichen einer Atemdepression, Sedierung und Hypotonie zu erkennen.
Der gleichzeitige Konsum von Alkohol ist zu untersagen (siehe auch Rubrik „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).
Nach gleichzeitiger Anwendung von Pethidin und einem Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) wurden schwere Interaktionen mit Auswirkungen auf das Zentralnervensystem und die Atem- und Kreislauffunktion beobachtet. Eine potenziell ähnliche Interaktion mit Hydromorphone Sintetica ist nicht auszuschließen. Hydromorphone Sintetica ist in Kombination mit MAO-Hemmern oder innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nach Ende einer entsprechenden Therapie nicht indiziert (siehe auch Rubrik „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).
Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon und Anticholinergika oder Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung (z. B. trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika, Antipsychotika, Muskelrelaxanzien, Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit) kann die unerwünschten anticholinergen Wirkungen verstärken.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Hydromorphone Sintetica während der Schwangerschaft oder Geburt vor. Hydromorphon ist plazentagängig. In Tierstudien mit Hydromorphon wurden unerwünschte Wirkungen auf den Fötus beobachtet (siehe Rubrik „Präklinische Daten“).
Die Anwendung von Hydromorphone Sintetica über einen längeren Zeitraum bei Schwangeren kann beim Neugeborenen zur Entwicklung eines Entzugssyndroms führen. Bei Anwendung während der Schwangerschaft kann Hydromorphone Sintetica die Kontraktilität der Gebärmutter einschränken und beim Neugeborenen zu Atemnot führen.
Hydromorphone Sintetica darf nur dann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der Nutzen die möglichen Risiken für den Fötus und das Neugeborene eindeutig übersteigt.
Stillzeit
Hydromorphon geht in geringen Konzentrationen in die Muttermilch über. Hydromorphone Sintetica darf in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Hydromorphone Sintetica kann die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, insbesondere zu Therapiebeginn, nach einer Dosisanpassung oder Umstellung auf Hydromorphone Sintetica oder bei Anwendung von Hydromorphon in Kombination mit Alkohol oder zentral dämpfenden Stoffen. Bei stabiler Therapie müssen nicht zwingend Einschränkungen erlassen werden. Die Patienten sollten deshalb mit ihrem Arzt sprechen, um zu klären, ob sie Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen dürfen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit ist wie folgt angegeben: „sehr häufig“ (≥1/10), „häufig“ (≥1/100, <1/10), „gelegentlich“ (≥1/1.000, <1/100), „selten“ (≥1/10.000, <1/1.000), „sehr selten“ (<1/10.000), „Häufigkeit nicht bekannt“ (kann auf Grundlage der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden).
Störungen des Immunsystems
Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich oropharyngealer Schwellung), anaphylaktische Reaktionen.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: verminderter Appetit oder Appetitverlust.
Psychiatrische Störungen
Häufig: Angst, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit.
Gelegentlich: Agitiertheit, Depression, euphorische Stimmung, Halluzinationen, Alpträume.
Häufigkeit nicht bekannt: Arzneimittelabhängigkeit, Dysphorie.
Störungen des Nervensystems
Sehr häufig: Schwindel (13 %), Somnolenz (26 %).
Häufig: Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Myoklonien, Parästhesie, Zittern.
Selten: Sedierung, Trägheit.
Häufigkeit nicht bekannt: Krampfanfälle (insbesondere bei epileptischen oder zu Krampfanfällen neigenden Patienten), Dyskinesie, Hyperalgesie.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: verschwommenes Sehen.
Häufigkeit nicht bekannt: Miosis.
Funktionsstörungen des Herzens
Selten: Tachykardie.
Häufigkeit nicht bekannt: Bradykardie, Palpitationen.
Funktionsstörungen des Gefäße
Gelegentlich: Hypotonie.
Häufigkeit nicht bekannt: Gesichtsrötung.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Gelegentlich: Dyspnoe.
Selten: Atemdepression.
Häufigkeit nicht bekannt: Bronchospasmus.
Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Obstipation (25 %), Übelkeit (24 %).
Häufig: abdominale Schmerzen, Mundtrockenheit, Erbrechen.
Gelegentlich: Diarrhö, Geschmacksstörung.
Häufigkeit nicht bekannt: paralytischer Ileus, Dyspepsie.
Hepatobiliäre Störungen
Gelegentlich: erhöhte Leberenzyme.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Juckreiz, Hyperhidrose.
Gelegentlich: Hautexanthem (Ausschlag).
Häufigkeit nicht bekannt: Urtikaria.
Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Harnverhalt.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Gelegentlich: Erektionsstörungen.
Häufigkeit nicht bekannt: verminderte Libido.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Häufig: Asthenie, Reaktionen an der Injektionsstelle.
Gelegentlich: Entzugssyndrom*, Ermüdung, Unwohlsein, peripheres Ödem.
Häufigkeit nicht bekannt: Toleranzentwicklung, neonatales Entzugssyndrom, Gewebereizungen und Verhärtungen an der Injektionsstelle.
* Ein Entzugssyndrom kann sich in Form verschiedener Symptome manifestieren, z. B. Agitiertheit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinese, Zittern und gastrointestinale Symptome.

Überdosierung

Wie bei allen Opioiden besteht bei nicht an Opioide gewöhnten Personen ein erhöhtes Risiko der Intoxikation und Überdosierung.
Symptome
Die akuten Symptome sind: Miosis, Atemdepression und Somnolenz, die zu Stupor oder Koma fortschreiten kann. Weitere mögliche Symptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie, Bradykardie, verminderter Muskeltonus, intestinale Atonie und Aspirationspneumonie. Fälle schwerer Überdosierung können zu einem Atemstillstand, einem nichtkardiogenen Lungenödem, einer Kreislaufinsuffizienz und zum Tod führen.
Behandlung
Atmung und Bewusstseinszustand sind zu überwachen. Im Fall einer
klinisch relevanten Atem- oder ZNS-Depression ist der Patient künstlich zu beatmen, der Kreislauf zu stabilisieren und Naloxon zu verabreichen.
Dosierung: 0,4–2 mg Naloxon intravenös (bei Kindern: 0,01 mg/kg Körpergewicht). Bei Bedarf ist die Gabe zwei- oder dreimal im Abstand von zwei bis drei Minuten zu wiederholen oder eine Dauerinfusion zu verabreichen (siehe entsprechende Fachinformation).
Die Wirkdauer von Naloxon ist relativ kurz (Plasmahalbwertszeit: t½ von Naloxon = 1–1,5 Stunden, t½ von Hydromorphon = 2–4 Stunden). Aus diesem Grund ist der Patient auch nach der Gabe von Naloxon noch längere Zeit zu überwachen und wiederholte Gaben von Naloxon können notwendig sein.
Bei Personen, die vermutlich bereits seit längerer Zeit Opioide anwenden, ist bei der Gabe von Naloxon Vorsicht geboten (Toleranz). Durch die plötzliche oder vollständige Hemmung der Wirkung der Opioide kann ein akutes Entzugssyndrom auftreten. Empfohlen wird eine initiale Dosis Naloxon von 0,04 mg.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AA03
Wirkungsmechanismus
Hydromorphon ist ein halbsynthetisches Morphinderivat (Opioid).
Hydromorphon ist ein reiner Opioidrezeptor-Agonist mit vorrangiger Affinität zu den µ-Rezeptoren und geringer Affinität zu den κ-Rezeptoren. Hydromorphon erzielt seine objektive und subjektive analgetische Wirkung auf supraspinaler und spinaler Ebene, indem es die im ZNS und verschiedenen peripheren Organen lokalisierten Rezeptoren stimuliert. Hydromorphon ist 7- bis 8-mal potenter als Morphin.
Hydromorphon hat eine starke analgetische Wirkung, eine antitussive, sedierende und dämpfende Wirkung auf das Atmungssystem und eine hemmende Wirkung auf die Motilität des Gastrointestinaltrakts.
Klinische Wirksamkeit
Die Dauer bis zum Wirkeintritt beträgt nach i.v. Injektion in der Regel 5–10 Minuten. Die Wirkdauer nach i.v. Injektion beträgt 3–4 Stunden.

Pharmakokinetik

Absorption und Distribution
Tmax wird nach i.v. Injektion nach 2 bis 5 Minuten erreicht. Die maximale Konzentration im Blut (Cmax) beträgt bei einer Dosis von 1 mg/ml nach i.v. Injektion 55,8 ng/ml.
Mit einer analgetischen Wirkung ist bereits ab Plasmakonzentrationen von 0,25 ng/ml zu rechnen.
Hydromorphon ist plazentagängig und in geringen Konzentrationen in der Muttermilch nachweisbar.
Hydromorphon verfügt über ein relativ hohes Verteilungsvolumen (1,22–4 l/kg), was auf eine signifikante Aufnahme in das Gewebe hindeutet.
Die Plasmaproteinbindung ist gering (7–19 %).
Metabolismus
Hydromorphon wird primär in der Leber von UGT2B7 zu Hydromorphon-3-glucuronid (Hauptmetabolit) metabolisiert. Weitere Metabolite sind Dihydromorphin, Dihydroisomorphin sowie deren Glucuronide.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hydromorphon in vivo vom Cytochrom-P450-Enzymsystem metabolisiert wird. Mit einer IC50>50 μM hemmt Hydromorphon die rekombinanten CYP-Isoformen, darunter CYP1A2, 2A6, 2C8, 2D6 und 3A4, in vitro nur in geringem Maße. Somit ist es unwahrscheinlich, dass Hydromorphon den Metabolismus anderer von diesen CYP-Isoformen metabolisierter Arzneimittel hemmt.
Elimination
Hydromorphon wird über die Leber metabolisiert und hauptsächlich über die Nieren, zu geringem Teil in unveränderter Form, ausgeschieden.
In einer randomisierten Cross-over-Studie zeigte der Verlauf der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurven nach einmaliger Gabe von 2 mg Hydromorphon-Hydrochlorid i.v. oder 4 mg oral an 6 gesunde Probanden eine relativ kurze Eliminationshalbwertszeit von 2,64±0,88 Stunden (1,68–3,87 Stunden).
Kinetik spezieller Patientengruppen
Kinder
Es liegen nur in begrenztem Maße Daten zu den pharmakokinetischen Eigenschaften von Hydromorphon bei Kindern vor. Die Metabolisierung bei Kindern unterscheidet sich nicht von der bei Erwachsenen.
Ältere Patienten
Nach einmaliger Gabe einer oralen Hydromorphon-Formulierung war die Plasmahalbwertszeit von Hydromorphon bei älteren Patienten in gutem Gesundheitszustand mit der bei jüngeren Probanden vergleichbar.
Leberinsuffizienz
In einer pharmakokinetischen Studie zu einer oralen Hydromorphon-Formulierung, die Patienten mit einer mäßigen Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Score 7–9) verabreicht wurde, war die Plasmahalbwertszeit von Hydromorphon nicht länger als bei gesunden Probanden. Studien zu Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz wurden nicht durchgeführt.
Niereninsuffizienz
Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) zeigen eine Erhöhung der AUC von Hydromorphon um das Zwei- bis Vierfache. Im Vergleich zu Personen mit normaler Nierenfunktion können Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz signifikant höhere Plasmakonzentrationen von Hydromorphon-3-glucuronid aufweisen.

Präklinische Daten

Bei Ratten wurden bei oralen Hydromorphon-Dosen von 5 mg/kg/Tag (30 mg/m2/Tag, d. h. das 1,4-Fache der Dosis, die auf Grundlage der Körperoberfläche beim Menschen zu erwarten wäre) keine Auswirkungen auf die Fertilität männlicher oder weiblicher Tiere oder auf das Spermiogramm beobachtet.
Bei Ratten und Kaninchen war Hydromorphon bei Dosen, die zu einer maternalen Toxizität geführt hatten, nicht teratogen. Bei Kaninchen wurde bei Dosen von 50 mg/kg eine Beeinträchtigung der fötalen Entwicklung beobachtet (als Dosis, die keine Auswirkungen auf die Entwicklung hat, wurde die Dosis von 25 mg/kg bzw. 380 mg/m2 ermittelt, die einer Wirkstoffexposition (AUC) entspricht, die fast viermal so hoch ist wie die beim Menschen zu erwartende). Keine Zeichen fötaler Toxizität wurden bei Ratten beobachtet, die mit oralen Hydromorphon-Dosen von 10 mg/kg (308 mg/m2, mit einer AUC, die etwa dem 1,8-Fachen der beim Menschen zu erwartenden entspricht) behandelt wurden.
Zu Jungtieren wurden keine Studien durchgeführt.
Die perinatale und postpartale Mortalität junger Ratten (F1) war bei Dosen von 2 mg/kg/Tag und 5 mg/kg/Tag erhöht und das Körpergewicht während der Säugephase war vermindert.
Im Zusammenhang mit der Gabe von Hydromorphon an das Muttertier wurden keine klinischen Befunde oder Autopsiebefunde verzeichnet.
In Ames- und Mikrokern-Tests bei Mäusen war Hydromorphon nicht mutagen.
Darüber hinaus hat sich Hydromorphon auch im Maus-Lymphom-Test ohne exogene metabolische Aktivierung (S9) nicht als mutagen erwiesen. Mit exogener metabolischer Aktivierung war Hydromorphon bei Konzentrationen ≤100 µg/ml nicht mutagen. Mutagene Eigenschaften konnten bei Konzentrationen ≥200 µg/ml beobachtet werden, wobei diese Konzentrationen deutlich höher sind als die beim Menschen zu erwartenden mittleren Spitzenplasmakonzentrationen.
Langzeitstudien zur Karzinogenität wurden nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Stabilität
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Außer Reichweite von Kindern aufbewahren.
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern und im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt bis zu seiner Verwendung vor Licht zu schützen.
Hinweise für die Handhabung
Nur klare Lösungen und intakte Packungen verwenden.
Hydromorphone Sintetica enthält keine Konservierungsmittel.
Nach dem Öffnen innerhalb von 24 Stunden verwenden.
Infusionsreste nach der Verwendung entsorgen.

Zulassungsnummer

66873 (Swissmedic)

Packungen

Hydromorphone Sintetica 0,2 mg/ml, Beutel zu 100 ml, 10 Beutel [A+]
Hydromorphone Sintetica 0,2 mg/ml, Beutel zu 200 ml, 5 Beutel [A+]

Zulassungsinhaberin

Sintetica SA, CH-6850 Mendrisio.

Stand der Information

Dezember 2017

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