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Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Verabreichung wird Flunitrazepam praktisch vollständig absorbiert. 10-15 % werden durch einen Liver-firstpass-Effekt metabolisiert, so dass die absolute Bioverfügbarkeit bei 70-90 % liegt. Die maximalen Plasmakonzentrationen von Flunitrazepam liegen bei 6-11 ng/ml und erscheinen 0,75-2 Stunden nach der oralen Verabreichung einer Einzeldosis von 1 mg auf nüchternen Magen.
Effekte der Nahrungsmittelaufnahme auf die Absorption wurden nicht untersucht. Die gleichzeitige Aufnahme von Nahrung könnte die Absorption von Flunitrazepam verringern.
Die Pharmakokinetik von Flunitrazepam ist im Dosisbereich 0.5-4 mg linear.
Distribution
Die subchronische und chronische Verabreichung von Rohypnol per os führt nur zu einer leichten Kumulation von Flunitrazepam im Plasma (Kumulationsfaktor: 1.6 – 1.7). Konzentrationen im Fliessgleichgewicht werden nach 5 Tagen erreicht; danach bleiben die minimalen und maximalen Konzentrationen auch bei fortgesetzter Einnahme konstant. Die Konzentrationen im Fliessgleichgewicht des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten sind fast identisch zur Muttersubstanz.
Das Verteilungsvolumen im Fliessgleichgewicht beträgt 3 - 5 L/kg.
Flunitrazepam wird zu 78% an Plasmaproteine gebunden.
Flunitrazepam wird schnell in die Cerebrospinalflüssigkeit aufgenommen.
Flunitrazepam durchdringt die menschliche Plazenta- und Blut-Milch-Schranke langsam und in geringem Ausmass nach einer Einzeldosis.
Metabolismus
Flunitrazepam wird im Organismus praktisch vollständig metabolisiert. Als Hauptmetaboliten entstehen 7-Amino-flunitrazepam und N-Desmethylflunitrazepam. Der Letztere ist beim Menschen pharmakologisch aktiv, aber schwächer als Flunitrazepam und seine Plasmakonzentrationen, die im Fliessgleichgewicht bei einer Dosierung von 2 mg erreicht werden, sind tiefer, als die für den Metaboliten minimal aktiven Konzentrationen.
Elimination
Beide Metaboliten werden als Glukuronide grösstenteils renal ausgeschieden. Ungefähr 80% der radioaktiv markierten Substanz werden im Urin und ca. 10% in den Faeces ausgeschieden.
Der Hauptmetabolit im Urin ist 7-Aminoflunitrazepam. Weniger als 2% der Dosis werden renal als unveränderte Substanz und als N-Desmethylflunitrazepam ausgeschieden.
Die Eliminationshalbwertzeit von Flunitrazepam liegt zwischen 16 und 35 Stunden. Die Eliminationshalbwertzeit von 7-Amino-flunitrazepam beträgt 10 bis16 Stunden, diejenige von N-Desmethylflunitrazepam 28 Stunden.
Die totale Plasmaclearance beträgt 120 - 140 ml pro Minute.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Alter
Die Pharmakokinetik unterscheidet sich bei älteren Patienten nicht.
Nierenfunktionsstörungen
Bei niereninsuffizienten Patienten kumulieren die Metaboliten nach wiederholter Gabe etwas stärker als bei Nierengesunden. Die Dosis muss daher reduziert werden.

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